Thema Alltag an der Mauer

Blick über die Grenzanlagen auf das Eckhaus Oderberger Straße

Farbfotografie von Uwe Gerig aus dem Jahr 1985

Bild 4: Blick über die Grenzanlagen auf das Eckhaus Oderberger Straße

In den 1980er Jahren war die Mauer in Berlin zum Alltag geworden. Die Menschen in Ost-Berlin hatten sich daran gewöhnt, dass ihre Bewegungsfreiheit durch das Grenzregime massiv beschnitten wurde.

Das Bild zeigt bei Sonnenschein einen erhöhten Blick über die weiß getünchte Hinterlandmauer. Durch die weiße Farbe zeichnen sich Stellen mit abgeblättertem Putz ab. Auf der Mauerkrone sind dünne Kunststoffhalter mit Alarmdraht gen Osten montiert. Dicht an der Mauer steht das Eckhaus an der Oderberger Straße. Eine kurzhaarige Frau schiebt einen Kinderwagen über den breiten Gehweg. Sie trägt eine rosafarbene Hose und eine helle Jacke, dazu rötliche Pumps. Das Kind schaut in Richtung Kamera. Im Erdgeschoss des braun verputzten Hauses hängt über den drei Fenstern und einer Ladentür ein grünes Schild. Darauf steht in roten Großbuchstaben: „Klub der Volkssolidarität“. Im rechten Fenster befindet sich ein Aushang. Vor dem linken Fenster und der Tür sind Rollläden herunter gelassen. Am rechten Bildrand säumt ein Baum mit ausladender Krone den Gehweg. In seinem Schatten lehnt ein Fahrrad am Stamm. Zwischen Mauer und Baum ist ein Stück des rot-weißen Absperrgeländers zum Grenzgebiet sichtbar.