Thema Alltag an der Mauer

Blick über die Grenzanlagen in die Wolliner Straße

Farbfotografie von Uwe Gerig aus dem Jahr 1986

Bild 5: Blick über die Grenzanlagen in die Wolliner Straße

Der Blick nach Ost-Berlin war an vielen Stellen von den Aussichtsplattformen in West-Berlin möglich. Die erhöhte Sicht und die Sperrmauern schufen gleichzeitig auch eine Distanz.

Das Farbfoto zeigt einen erhöhten Blick über den Grenzstreifen und die Hinterlandmauer in die Wolliner Straße auf Ost-Berliner Seite. Am unteren Bildrand sind Abweiser mit Stacheldraht erkennbar. Dahinter folgen zwei Mauern aus vertikalen Betonelementen, die jeweils am oberen Rand starke Witterungsspuren aufweisen. Die Sonne scheint auf die rechte Seite der Wolliner Straße, die vorrangig durch Altbauten mit Erkern und Balkonen geprägt ist. An einigen Häusern hängt die Flagge der DDR vor den Fenstern: Schwarz-Rot-Gold, in der Mitte das Staatswappen mit Hammer, Zirkel und Ährenkranz. An den Straßenrändern parken Autos, hauptsächlich der Marke Trabant. Auf den Gehwegen sind vereinzelt Passanten unterwegs, auf der Straße Radfahrer. Ein Paar schiebt einen Kinderwagen über die Fahrbahn. Die Wolliner Straße trifft im Hintergrund auf die quer verlaufende Griebenowstraße mit zwei- und viergeschossigen Altbauten. Hier wirkte seit 1986 die „Umweltbibliothek Berlin“, ein Zentrum der DDR-Opposition.