Thema Tourismus an der Mauer

Touristen und Touristinnen an der Aussichtsplattform
auf der Ruppiner Straße

Schwarzweiße Privatfotografie aus dem Jahr 1963

Bild 11: Touristen und Touristinnen an der Aussichtsplattform auf der Ruppiner Straße

Das Bild dokumentiert das Entstehen des Tourismus an der Mauer. Die Aussichtsplattformen auf der West-Berliner Seite waren von Beginn an Anziehungspunkte für Touristen und Touristinnen.

Auf dem Schwarzweißfoto verläuft diagonal von links nach rechts die Grenzmauer über die Ruppiner Straße. Die Mauer besteht aus übereinander geschichteten flachen, massiven Betonplatten. Auf der Krone ist Stacheldraht zwischen ypsilonförmigen Abweisern gespannt. An der unverputzten Mauer ist an der Westseite in großen Lettern „KZ“ gepinselt. Die Mauer stößt auf einen herunter gekommenen Altbau, der direkt an der Sektorengrenze steht. Die Fenster im Hochparterre und im ersten Stock sind zugemauert. Dort sind in der Vermauerung Beobachtungsschlitze freigelassen. Über einem verbarrikadierten Schaufenster steht in Großbuchstaben: „Wirtschaftsartikel“. Mitten auf der gepflasterten Ruppiner Straße steht eine kleine, hölzerne Aussichtsplattform, darauf zwei Touristinnen, die in Richtung Ost-Berlin schauen. Über ihren Köpfen ist ein großes Schild befestigt, das mit Abspannleinen im Boden gesichert wird. Mit solchen beschrifteten Schildern appellierte West-Berlin an die Grenzsoldaten. Einige Menschen stehen mit dem Rücken zur Mauer und sehen interessiert zu dem Schild hinauf: eine schwarze Frau in elegantem Kleid, eine ältere Frau im Mantel und zwei Männer in Anzügen. Auf der Ost-Berliner Seite überragt ein mehrstöckiges Mietshaus mit Brandwand die Grenzanlage.