Epilog

Öffnung der Berliner Mauer an der Eberswalder Straße
am 10. November 1989

Farbfotografie von Jörg Bernhardt
aus dem Jahr 1989

Bild 14: Öffnung der Berliner Mauer an der Eberswalder Straße am 10. November 1989

Die Farbaufnahme fängt die gespannte Atmosphäre der Maueröffnung ein: In der Nacht vom 10. zum 11. November wurden zwischen der Bernauer Straße und der Eberswalder Straße die ersten Segmente aus der Mauer gebrochen, um einen neuen Grenzübergang zu schaffen.

Das Farbfoto zeigt in der Dämmerung eine große Menschenmenge an der Grenzmauer auf Westberliner Seite. Einige haben Fotoapparate dabei. Der Abendhimmel changiert in den Farben rosa, violett und lila. Fast alle Leute stehen mit dem Rücken zum Betrachter und richten ihren Blick gen Osten. In der Bildmitte überragt ein französisches Sektorenschild die Köpfe der Schaulustigen. Dahinter arbeitet ein großer grüner Bagger zwischen den teilweise bekritzelten Mauersegmenten. Am rechten Bildrand sitzen Männer auf einem Zaungestell, an dem weiße Kreuze in Gedenken an die Todesopfer an der Berliner Mauer in der Bernauer Straße angebracht sind. Unter anderem mit den Namen „Ottfried Reck“ und „Ida Siekmann“, beides frühe Fluchtopfer. Vor dem Zaungestell steht eine Sektflasche inmitten von Partyresten auf dem Boden. Ein Stück rot-weißes Absperrband liegt herum. Auf Ost-Berliner Seite ragen grau-braune Altbauten auf. Hinter den Fenstern ist es dunkel.